Autorin: Kate Eberlen
Verlag: Diana Verlag
Seiten: 576
ISBN: 978-3-453-29183-6
Preis: € 14,99 [D] | € 15,50 [A]

Leseprobe

 

 

 

 

Inhalt

Eine Sekunde lang treffen sich ihre Blicke, doch bevor sie sich anlächeln oder ein paar Worte wechseln können, ist der Moment schon wieder vorbei. Von da an beginnt für Tess und Gus eine Reise, die sich Leben nennt. Große und kleine Augenblicke warten auf sie, Kummer und Freude. Doch beide ahnen, dass sie Wege gehen, die nicht glücklich machen. Weil ihnen das Entscheidende fehlt. Was sie nicht wissen: Tess und Gus sind perfekt füreinander, und obwohl sie sich längst begegnet sind, haben sie es nicht bemerkt. Wann ist der alles entscheidende Moment für die große Liebe endlich da?

 Meinung

Durch den sehr spannend klingenden Klappentext, habe ich mich schon sehr auf das erscheinen dieses Buches gefreut, und sofort nach Erhalt mit dem lesen begonnen.
Die Kapiteln sind abwechselnd aus der Sicht von Tess und Gus geschrieben. Durch die Ich-Form findet man sehr schnell in die Geschichte, aber trotzdem konnte ich mich leider nicht wirklich dafür erwärmen.
Die ersten paar Kapiteln gingen noch sehr flüssig dahin, aber dann wurde es meiner Meinung nach sehr langatmig. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mir von diesem Buch etwas anderes erwartet hatte.Sehr schnell merkt man, dass die Geschichte nicht über Tess UND Gus handelt, sondern viel mehr über das Leben von Tess und das Leben von Gus, jeweils von den Beiden separat erzählt. Durch die Erzählungen erfährt man, dass die Beiden sich ein paar Mal zufällig über den Weg gelaufen sind, aber das waren fast ausschließlich unbewusste Begegnungen. Aktive Aufeinandertreffen gab es nur wenige.

Die Protagonisten selbst waren mir leider gar nicht sympatisch. Tess lässt sich durch den Todesfall in ihrer Familie schnell in die Rolle des Opfers drängen, das sich für alles alleine verantwortlich fühlt, allen voran für ihre Schwester Hope.
Ich lasse es mir ja einreden, wenn sie sich die erste Zeit so fühlt, aber irgendwann müsste sie sich auf ihre Füße stellen und ihr Recht auf eine eigene Zukunft einfordern. Das geschieht leider nicht und so opfert sie sich völlig für das Leben ihrer Schwester Hope und auf jeder Seite kann man irgendwo die Verbitterung darüber spüren.

Gus kam mir von Anfang an wie jemand vor, der sich gerne herumschubsen lässt.
Seine Eltern trampeln auf ihm herum und geben ihn bei jeder Gelegenheit das Gefühl, dass mit dem Tod seines Bruders der falsche Sohn gestorben sei.
Er strahlt die ganze Zeit über eine Unzufriedenheit aus, sodass man ihn am liebsten an schütteln und anschreien möchte, er solle doch sein Leben endlich in die Hand nehmen und nach seinen Vorstellungen gestalten.

Auch die anderen Charaktere die im Laufe des Buches vorkommen, sind mir allesamt unsympathisch. Einzig und allein Gus‘ beste Freundin Nash, die er auf der Uni kennenlernt, war hier die Ausnahme. Sie hatte Potential, kam dann aber leider viel zu selten vor.

Als man gegen Ende hin denkt, dass sich doch noch ein Liebesroman daraus entwickeln könnte, war das Buch auch schon wieder aus.

Fazit

Wer sich von diesem Buch einen Liebesroman erhofft, wird leider bitter enttäuscht. Es handelt sich viel mehr um Erzählungen aus zwei verschiedenen Leben, über zwei sehr anstrengende schwache Charaktere, die sich gelegentlich – wenn auch unbewusst – über den Weg laufen, ehe sie sich nach knapp 20 Jahren endlich richtig „finden“.

Mich konnte dieser Roman leider nicht überzeugen.

Wer einfach nur etwas über das Leben anderer hören möchte, ohne viel Gefühl ist hier richtig aufgehoben. Für alle anderen würde ich eher einen Friseurbesuch empfehlen, wo man in etwa dasselbe geboten bekommt und nebenbei aber noch verwöhnt wird.

No Comments